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| 08.04.2010, 10:34 Uhr | |
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| KStA-Kandidatenportrait: Mit Weckruf in den Landtag Am 9.Mai wird der neue Landtag gewählt. Wir stellen Kandidaten vor - an ihrem jeweiligen Lieblingsort. Vorgabe: Die eigene Wohnung darf es nicht sein. Heute: Holger Müller.
Rhein-Berg - Man hätte darauf wetten mögen, dass sich Holger Müller zum Gespräch am liebsten in ein gewisses Fußballstadion in Köln-Müngersdorf verabredet. Die Wette hätte man verloren. „Über den FC rege ich mich nicht mehr auf. Das ist alles nur noch bedauerlich.“ Stattdessen bittet Müller ins Kreishaus. Ein ungewöhnlicher Lieblingsort. Aber: „Hier habe ich große Erfolge gefeiert.“ Dann zählt er die Oberkreisdirektoren und Landräte auf, die er als Kommunalpolitiker erlebt hat. Alle CDU. Da passt es, dass sich von Holger Müller ein Zitat eingebrannt hat: „Wenn ich morgens aufstehe, überlege ich mir als erstes, wie ich der SPD schaden kann.“ Mit diesem Spruch hat sich der Rösrather CDU-Politiker vor fünf Jahren zum Landtagskandidaten aufgeschwungen. Drei Bewerber hatten damals die Mitgliederversammlung rechtschaffen gelangweilt. Müllers Rede war ein Weckruf. Nicht nur die Leute wachten auf, auch Müllers Karriere begann erst so richtig. Bis dahin hatte er einen Werdegang hingelegt, den man als ungewöhnlich bezeichnen kann. Und überhaupt: Der ganze Mensch Müller ist ungewöhnlich. Er lebt seit seiner Geburt im Jahr 1947 immer im selben Haus in Rösrath. Er hat jedoch (fast) aller Herren Länder bereist - und 150 Spiele der deutschen Fußball-Nationalelf im Stadion gesehen. Und eigentlich kann er als praktizierender Rheinländer auch ganz gut mit Sozialdemokraten: „Die Sozis sind ja auch Menschen.“ Holger Müllers politische und berufliche Karriere begann in der Jungen Union. Jura-Student war er, sein Studium verdiente er als freiberuflicher Reiseleiter für Ausflüge nach Brüssel oder Straßburg. Bei einer Rom-Reise lernte er übrigens seine spätere Frau Alice kennen. Einen Sohn haben die beiden. Reden und organisieren konnte Holger Müller schon immer gut. Trotz abgeschlossenen Studiums landete er aber nicht in einer Rechtsanwaltskanzlei, sondern im Reisebüro. Weil er als Reiseleiter gerne genommen wurde, war er eines Tages gezwungen, diese Tätigkeit als Gewerbe anzumelden. „Columbus-Reisen“ wurde gegründet und Müller hatte Erfolg. So nachhaltig, dass ihn nach Jahren der Selbstständigkeit der Flughafen Köln / Bonn fragte, ob er nicht die hauseigene Touristikabteilung beleben wolle. Im Kreistag hatte er es immerhin bis zum CDU-Fraktionschef gebracht. Erst im Vorfeld der Landtagswahl 2005 startete Müller politisch durch. Er warf seinen Hut in den Ring, in dem angesichts in Ehren ergrauter Kandidaten nicht viel los war. Aus dem Stand holte er das Direktmandat für Bergisch Gladbach und Rösrath. Und das in seiner typischen Art: Müller polarisiert, aber dass er langweilt, kann man ihm wirklich nicht nachsagen. Außerdem ist der Mann glänzend vernetzt. Zu seinem 60. Geburtstag kam auch der Ministerpräsident. „Große Erfolge“: Diese Wörter deuten auf ein zweites Standbein hin, das den Menschen Müller ausmacht. Er ist Edel-Fan der Nationalelf. Die „Anhänger des deutschen Fußballs e.V.“ hat er mitgegründet: „Jeder von uns ist als Schlachtenbummler mindestens einmal Weltmeister geworden.“ Sein „bestes Spiel aller Zeiten“ war - na? - falsch geraten! Nicht die 4:3-Niederlage in Mexico gegen Italien, sondern das Halbfinale 1982 gegen Frankreich in Sevilla. Man erinnert sich: Nach 1:3-Rückstand in der Verlängerung schießt Deutschland noch den Ausgleich und gewinnt im Elfmeterschießen. Und Toni Schumacher rennt Patrick Battiston über den Haufen. |
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